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Das Wachrütteln

Da ich den Text eigentlich als einen Artikel geschrieben hatte, geht es, schwerpunktmäßig aufgeteilt, gleich weiter:

Einige Monate zogen ins Land, dann suchte ich zum ersten Mal eine Ärztin hier ums Eck auf, damit sie mir an meinem muckenden Rücken etwas einrenkte.

Gleich vorweg:
Diese Frau hat mir final die Augen geöffnet.

 

Auch dort füllte ich einen Fragebogen für Neupatienten aus. Beim Lesen fragte die Ärztin mich dann, ob ich nur zum Einrenken käme oder ob ich zu der Gemeinschaftspraxis, in der sie saß, wechseln wolle, weil sie sich dann auch den anderen Themen widmen könne.

Zu der Zeit war ich eh schon wechselwillig.

Im Endeffekt verbrachten wir inkl. dem sehr mild ausgeführten chiropraktischen Eingriff fast eine geschlagene Stunde im Gespräch, gingen immer mehr ins Detail. Sie fragte Dinge ab, die zuvor kein Arzt auch nur angeschnitten hatte.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Schilddrüsenerkrankung, craniomandibuläre Dysfunktion, Nährstoffmängel, mein anhaltender mich sorgender Durstmangel, mein seit Jahren hoher Stresspegel – alles kam auf den Tisch.

Wo sie eingangs noch zu Schröpfen und Akupunktur riet, die sie selbst durchführen könnte, riet sie im Laufe dessen, was sie erfuhr, zur Osteopathie, tendierte angesichts meines Beschwerdekomplexes jedoch am Ende zu traditioneller chinesischer Medizin (kurz TCM). Diese allerdings wirklich nur bei Könnern, nicht bei Mode-Behandlern.

Diesen Gesprächswandel sehe ich nicht als unentschlossen an – sie hielt schlicht ihre anfänglichen Ansätze nicht mehr für ausreichend, nicht die Ursache, sondern nur die Symptome behandelnd.

Am Ende fragte sie mich, ob ich Stress im Leben hätte. „Och geht so“ wäre bequem aber gelogen gewesen. Ich stand seit Jahren unter Dauerstrom. Wirklich und nahezu chronisch – nicht etwa ein Sensibelchen-Problem. Dementsprechend bejahte ich die Frage. Die Reaktion war, dass ich da wohl in einer Spirale aus gesundheitlichen Problemen und Stress festsäße und beides angehen müsste.

Resümierend könnte man sagen: sie sah mich als schulmedizinisch austherapiert an! Muss ich nochmal betonen, dass ich Anfang 30 bin? o_O

Diese Kernaussage hatte sich mir eingebrannt, ich ging desillusioniert von dannen.

Ich war dermaßen positiv überrascht – man muss sich heutzutage schlicht bewusst machen:
Ich bin „nur“ Kassenpatientin. Während unseres Gesprächs stapelten sich die Patienten quasi vor ihrem Sprechzimmer – und sie war die Ruhe selbst, im gesamten Gespräch aufmerksam, gelassen und viel wichtiger:

  • sie maß den Nährstoffmängeln als Erste wirklich Relevanz bei
  • sie nahm die Schilddrüse sehr ernst
  • sie tat meine Histaminbeschwerden nicht als Nebensächlichkeit ab
  • sie bezog auch Kiefer und Rücken mit ein
  • sie fand meinen anhaltenden Durstmangel (teils unter 1 l / Tag) genau so besorgniserregend wie ich
  • sie sprach mit mir im Gesamten wirklich vis a vis
  • … und betonte die psychischen Faktoren als Auswirkung und gleichzeitig aber auch Stressor für den gesamten Beschwerdekomplex

Kurzum: Diese Frau hat mir den finalen Stoß gegeben – im durchweg Positiven.

Nun gehts aber wirklich erst demnächst weiter – ich muss ja zwischendurch auch mal was Produktives machen.

chaoskoeppsche

...ist Mediengestalterin mit Leib & Seele, auch sonst recht kreativ, denkt & lebt gern alternativ und hat so einige Baustellen im Leben. Und ist eben ein chaosköppsche. Manchmal. Nicht immer. Aber wenn dann kreativ-chaotisch. ;-)

7 Gedanken zu „Das Wachrütteln

  1. Hey, ich bin gerade erst durch die Radico Haarfarbe hierher gekommen und gleich bei der Spirale hängen geblieben…nun lese ich immer mehr und überlege ob du heimlich mein Leben mitgeschnitten hast…das ist ja beängstigend! Nahezu identisch! Nur habe ich noch keinen hilfreichen Arzt gefunden…aber du bist ‚ich‘ nur schon etwas weiter! Vielleicht hast du einen Tipp welche Richtung dir am besten hilft…mir wollen alle nur Antidepressiva andrehen…alles psychosomatisch…
    Ich suche einen anderen Weg! Bitte bitte schreib mir mal was dazu!
    Ansonsten schon mal schönes stressfreies Wochenende!

    Liebe Grüße

  2. Hey, ich weiß ich hatte gesagt keine Eile und das meine ich auch so! Aber im Moment bzw. seit wann und wie lange auch immer, kam scheinbar nicht alles an was an meine Mail Adresse geschickt wurde…falls du also doch schon geschrieben hattest kam es nicht an! Nicht das du denkst ich melde mich nicht zurück!!! Wenn du nicht geschrieben hast-alles gut,kein Stress weiterhin!
    Schönes Wochenende!

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