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Histamin is ‘n Oasch!

Entweder sammle ich chronische Erkrankungen wie andere Briefmarken (wobei „Hey, wollen wir uns mal zusammen meine Krankheiten angucken?“ eindeutig NOCH kontraproduktiver als die Briefmarkensammlungs-Masche sein dürfe… ^_^) oder aber alles hängt miteinander zusammen, quasi „ein großes Ganzes“, ich blicks noch nicht wirklich…

Nach der Diagnose meiner Hashimoto Thyreoiditis in 2006 und einer im Sommer 2010 (2008 falsch-negativ getestet) nachgewiesenen Laktoseintoleranz sowie dem Nachweis diverser Nährstoffmängel seit 2008 scheint sich nun ein Histamin-Problem, welcher Art auch immer, eingeschlichen zu haben – genauer gesagt dürfte auch das schon schubweise seit 2008 vorliegen.

Ob es eine Histamin-Intoleranz (Abbauproblematik von Histamin) ist oder eine Histadelie (Histamin-Überproduktion) oder oder… keine Ahnung.

Fakt ist:

Ich reagiere auf histaminhaltige Lebensmittel, Parmesan und Geräuchertes (Aufschnitt) allen voran.

Und beim so genannten Pricktest schlägt Histamin (als eine von zwei Reaktions-Testsubstanzen) stärker als regulär aus – beim letzten (3,4 Mal habe ich das insgesamt mitgemacht) hatte ich tagelang eine dicke Beule am Unterarm. O_o

Seit ich denken kann, litt ich immer mal wieder an Pustelbildung nach Duschen und Baden, in den letzten Monaten jedoch enorm verstärkt und chronisch – wie ich heute weiß, schimpft sich das Ganze cholinergische Urticaria.

Hinzu kommen seit 2008 immer mal wieder geballt miteinander auftretend Beschwerden wie

  • ein saurer Magen,
  • strohige Haare,
  • juckende Püstelchen an den Waden,
  • Blähungen

sowie

  • chronische PMS (Prämenstruelles Syndrom) seit Jahren, gleich welche Pille ich nehme, wie Hormonpegel im Labor ausschauen und wie potentielle nährstoffliche Hürden genommen werden,
  • behinderte Nasenatmung ganz ohne Infekt,
  • immer stärkere und länger andauernde Probleme mit Pollen (2008 nur in der Hochsaison, 2009 monatelang, 2010 ca. von März bis Oktober)

Seit letztem Jahr auch noch hinzugekommen sind

  • Schwindel,
  • Hitzegefühl (und in den Wechseljahren bin ich ja nu wirklich net),
  • Halsschmerzen ganz ohne Infekt

All das kann durch Probleme mit dem Histamin-„Haushalt“ verursacht – und all diese Probleme werden gemildert, wenn ich ein Antihistaminikum nehme.

Die „populären“ freiverkäuflichen Antihistaminika wirken bei mir jedoch exakt null, ergo kam in 2008 ein Hals-Nasen-Ohrenarzt auf die Idee, mir das sogenannte Desloratadin zu verordnen, ein Antihistaminikum der „dritten Generation“ – und DAS half. O_o

Irgendein neunmalkluger Arzt wollte mir später mal erzählen, Loratadin (einer der „populären“ freiverkäuflichen Wirkstoffe) und Desloratadin wären doch eh das Gleiche… O_o

Da ich aber im Laufe der letzten Jahre immer mehr zum „Ursachen statt Symptome behandeln“ tendiere, langt es mir nicht, wenn meine Beschwerden durch das Einwerfen einer Tablette weniger werden, ich will das Übel an der Wurzel gepackt wissen.

Ergo bin ich nun auf Ursachensuche – wobei man leider vom deutschen Durchschnittsmediziner als Patient ziemlich alleingelassen wird…

Trotz dieser permanenten Beschwerden habe ich leider noch keine Tendenz in Richtung Ursachenermittlung erkennen können, bei keinem der Ärzte, bei denen ich mit diesen Beschwerden war.#

Mir bleibt also nichts anderes, als selbst zu forschen.

Einem potentiellen (Mit-)Verursacher für meine Nährstoffprobleme (wobei Histamin und Nährstoffe wohl recht eng zusammenhängen, grob formuliert) bin ich schonmal auf die Schliche gekommen: Methionin, das ich in Form von Selenmethionin eingenommen habe – seit 2008.

Kurz gesagt entsteht aus Methionin Homocystein, welches, wenn ein Mangel an Vitamin B6, Vitamin B12 und/oder Folsäure vorliegt, nicht „kontrolliert“, „gedrückt“ werden kann.

Bei mir wurde in 2008 festgestellt, dass es an Vitamin B12 und Folsäure mangelt, da eine orale VitaminB-12-Einnahme auch in Hochdosis nichts brachte (Blut i.O., Befinden gleich), bekam ich in 2010 Vitamin B12 gespritzt und nahm begleitend hochdosierte Folsäure – wie ich im Herbst erfuhr, vielleicht ein weiterer Fehler.

Mini-Vitamin-B-Exkurs

Vitamin B6 ist Vitamin B12 übergeordnet, Vitamin B12 wiederum der Folsäure. Mangelt es an Vitamin B6, kann es dadurch zu sekundären Mängeln an Vitamin B12 und Folsäure kommen.

Dass bei mir das Vitamin B6 in 2009 1 Monat nach einer 3-monatigen von meiner damaligen Zahnärztin verordneten Hochdosis-B6-Kur (gegen postoperative neuralgische Beschwerden) dennoch unten in der Norm rumkrabbelte, daran juckte sich von den Ärzten, die es wussten, niemand. O_o

Somit bekam ich also o.g. Vitamin B12-Hochdosis-Injektionen und nahm begleitend 800µg (!!!) Folsäure – außer Kosten (Privatleistung) hatte ich jedoch nix davon.

Im Herbst, als ich vom B6-B12-Folsäure-Zusammenhang erfuhr, beendete ich die „Kur“ nach 8 oder 9 Monaten und lies mein Vitamin B6 und parallel das Homocystein kontrollieren, auf eigene Kappe versteht sich – mein Hausarzt sah darin keinen Sinn und damit keinen Rechtfertigungsgrund vor der Krankenkasse.

Resultat: Beim Vitamin B6 ist eindeutig noch Spiel drin, Homocystein lag, wie erwartet, über der Norm.

Das gleiche Spiel habe ich kurz danach, weil es mir zu bunt wurde, mit Magnesium und Zink vollzogen – die Serumwerte dieser beiden haben so gut wie keine Aussagekraft, wenn es um den Nachweis eines Mangels geht. Bekannt ist es wohl, wie ich feststellen musste, selbst den Arzthelferinnen – untersucht wird beim Verdacht auf einen Mangel dennoch meist lediglich der Serumwert, im Anschluss heißt es dann häufig „Serum ist in Ordnung, also kein Mangel“.

So war es auch bei mir – bis ich eben davon erfuhr, DASS die Serumwerte bei Stoffen, die primär in den Zellen, also (intra)zellulär, gespeichert sind, nix taugen (da der Gehalt an dem betreffenden Nährstoff im Serum dann so gering ausfällt, dass dem keine Aussagekraft beizumessen ist).

Also ließ ich Ende 2010 Magnesium und Zink in den Zellen auf eigene Kappe prüfen. Vollblut könnte man auch bestimmen, da darin Serum und Intrazelluläres enthalten sind, aber da es das gleiche kostet – warum sollte ich da nicht gleich isoliert den Hauptspeicher (immerhin über 90% des Vorkommens) prüfen lassen?

Magnesium, da es mir bei meinen muskulären Beschwerden (Schmerzen, Verhärtungen, Krämpfe) in den letzten Jahren stets geholfen hat trotz dass der Serumwert achso in Ordnung war.

Zink, da es mir gegen meine häufig auftretenden Infekte hilft, ich jedoch, sobald ich es testweise absetze, innerhalb von ca. 1 Woche jahreszeitenunabhängig einen Infekt einfange, in 2010 fing ich mir sogar ohne Einnahmepause immer wieder Infekte ein.

Resultat: Magnesium lag trotz Einnahme von ca. 400-900mg Magnesiumcitrat / Tag an der unteren Normgrenze, Zink ebenso bei Einnahme von 25mg organischem Zink (Zinkglukonat) über 2,5 Jahre. O_o

Mein Fazit

Da passt etwas hi und vo nicht!

Ergo werde ich, was dieses ganze, schier unüberschaubare Chaos angeht, dranbleiben – was Nährstoffe und was Histamin angeht. Anders gehts ja wohl leider nicht mehr heutzutage, auch wenn ich Patient und nicht Arzt bin…

chaoskoeppsche

...ist Mediengestalterin mit Leib & Seele, auch sonst recht kreativ, denkt & lebt gern alternativ und hat so einige Baustellen im Leben. Und ist eben ein chaosköppsche. Manchmal. Nicht immer. Aber wenn dann kreativ-chaotisch. ;-)

8 Gedanken zu „Histamin is ‘n Oasch!

  1. Hallo, versuche es mal noch mit hochdosiertem Vitamin C. Ich habe eine Histamin-Intoleranz schon sehr lange, ohne es zu wissen. Im Herbst 2011 fing ich mit einer Hypersensibilisierung an, damit die bevorstehende Operation an den Nasennebenhöhlen auch erfolgreich ist. Mit dem Erfolg, dass ich 9 Monate krank geschrieben war. Seit Dezember weiß ich nun, dass ich Histamin-Intoleranz habe. Sofort die Hypersensibilierung abgebrochen (kontraindiziert) und mit B-Vitaminen, Zink, Magnesium und hochdosiert Vitamin C angefangen. Jetzt geht es wieder bergauf.
    Sehr geholfen bei meinen Recherchen hat mir http://www.symptome.ch
    Gruß und gute Gesundheit

  2. Hallo Bea.

    Hehe, in dem Hochdosis-Thread war ich ne zeitlang auch aktiv, hab aber das Vitamin C wieder auf rd. 0,6-1g reduziert, siehe http://www.symptome.ch/vbboard/nahrungsergaenzung/32863-vitamin-c-hochdosiert-135.html#post550047

    Hypersensibilisierung: Im Herbst 2009 meinst du schätze ich?

    Ich nehm ja sämtl. Nährstoffe, bei denen es mir mangelt: B-Vitamine, Zink, Magnesium, Calcium, Vitamin D – und eben ontop Selen für die Schilddrüse und Vitamin C begleitend.

  3. Hi,
    hochdosiert soll es auch nicht bleiben. Aber da ich jahrzehntelang wohl unterversorgt war, möchte ich erst mal so weitermachen, vielleicht einen Monat lang um dann bei 1 bis 2 Gramm zu bleiben.
    In dem Forum bin ich bislang nur lesend unterwegs. Bin nicht so der Schreiberling.
    Ich habe jetzt auch einen Hausarzt, dem Dr Kuklinski nicht fremd ist. Er sagte mir auch gleich, dass ich wohl einen durchlässigen Darm hätte. Leider kann ich mir derzeit nicht die Untersuchung leisten. Durch die lange Krankheit hab ich meinen Job verloren. Ich habe auch einen extrem hohen Blutdruck gehabt, der durch Medikamente nicht wirklich zum Sinken überredet werden konnte. Im Gegenteil. Ich bekam jetzt drastische Nebenwirkungen in Form von Arrhythmie. Hab sofort das Medikament abgesetzt und hochdosiert Magnesium genommen mit positivem Ergebnis. Außerdem nehme ich auch noch Zink, B-Vitamine, Omega 3 und L-Glutamin. Über Selen werde ich mich mal schlau machen.

  4. Salut

    Wurden die Nährstoffe, die du nimmst, denn mal (ordentlich, siehe mein Bericht) im Labor geprüft?

    Wenn du z.B. ohne einen Mangel zu haben oder höher als dein Körper es benötigt Zink nimmst, kann das wiederum zu Problemen mit Eisen und Kupfer führen.

  5. Bis auf L-Glutamin und Omega 3 ist alles vom Arzt abgesegnet. Nächste Woche habe ich wieder einen Termin und frage nach, welche Laboruntersuchungen Vitamine und Mineralstoffe betreffend von der Kasse gezahlt werden.

  6. Die GKV zahlt ansich erst einmal, soweit ich weiß, alle Nährstoffe. Die Frage ist, welche der Arzt bei dir für sinnvoll betrachtet, ob er anhand deiner Beschwerden Argumente für die Übernahme vorbringen kann. Das kommt auch sehr darauf an, wie der Arzt sein Laborbudget ausschöpft – wenn er z.B. viele Menschen mit Vitamin D-Mangelsymptomen hat + jeweils auch damit argumentiert, könnte es durchaus trotzdem passieren, dass ihm die GKV bzw. ich glaube die kassenärztliche Vereinigung wg. der Häufigkeit „aufs Dach steigt“.

  7. Also du schreibst, egal welche Pille du nimmst (seit Jahren).
    Bist du gar nicht auf die Idee gekommen, dass dein Hashimoto, die Histaminintoleranz und der gestörte Vitaminstoffwechsell ein Endprodukt dessen sind? Orale Kontrazeptiva sind der letzte Dreck für den Körper.

  8. Hi Leica,

    dass die Pille der letzte Dreck ist, wusste ich schon lange, nur hats gebraucht, bis ich sie abgesetzt habe – siehe meine neueren Beiträge.

    Genau genommen ist net nur die Pille der letzte Dreck, sondern alle hormonellen Verhütungsmittel.

    Die Pille sehe ich jedoch nicht als alleinigen Auslöser, sondern eher als einen von vielen negativen Faktoren an.

    Meine Nährstoffmängel z.B. krachten damals erst los, nachdem ich einige Zeit lang Protonenpumpenhemmer bekam. Gott sei Dank net allzu lange genommen, da die Wirkung zwar eintrat, aber auch so einige Nebenwirkungen.

    Von einer wirklichen greifbaren HistaminINTOLERANZ rede ich nirgends!

    Die „Pollenallergien“, welche ja nie nachgewiesen wurden, ergo Pseudoallergie oder was auch immer, sind rückläufig, dieses Jahr hatte ich so gut wir gar keine Probleme.

    Usw. usf.. Ich bin kein Fan davon, einen Faktor von vielen als Alleinschuldigen zu benennen. „Umwelt“einflüsse, industriell verarbeitete Lebensmittel, Gluten, Histamin, Hormone und hormonähnliche Substanzen, Zahnfüllstoffe uuuund so weiter.

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